Biogas Household Climate Protection Programme in Sichuan

Haushaltsbiogas-Klimaschutzprogramm in Sichuan

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Language German
Original Source Econet Monitor, Green Markets & Climate Challenge
Author Dr. Ralph Westermann
Publication Date November 4, 2013
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Die Bedeutung programmatischer Emissionsminderungsansätze für den Klimaschutz

Ein sogenanntes Programme of Activities (PoA) erlaubt es, viele kleine Klimaschutzprojekte unter dem Dach eines einzigen Emissionsminderungsprogramms zu bündeln. Sobald ein PoA im Rahmen des Clean Development Mechanismus (CDM) registriert wurde, kann eine unbegrenzte Anzahl von Component Project Activities (CPAs) hinzugefügt werden, ohne dass der volle CDM-Projektzyklus erneut durchlaufen werden muss.

Im Vergleich zu regulären CDM-Projekten hat der Programmansatz insbesondere für wenig entwickelte Staaten und Regionen folgende Hauptvorteile:

  • Transaktionskosten und Investitionsrisiken werden sowohl für Projektentwickler als auch einzelne CPA-Teilnehmer deutlich gesenkt,
  • PoAs werden auf regionaler Ebene gesteuert, so dass die Umsetzung vor Ort beschleunigt wird,
  • auch kleine Projekte, die für sich genommen nicht tragfähig wären, erhalten Zugang zum CDM,
  • nach einer PoA-Registrierung können geplante Emissionsminderungen über das Hinzufügen weiterer CPAs jederzeit unbegrenzt erhöht werden,
  • zahlreiche Technologien für erneuerbare Energien und Energieeffizienz mit hohem Zusatznutzen und vielfältigen Nachhaltigkeitseffekten, speziell auf Haushaltsebene, eignen sich besonders gut für PoAs,
  • gerade regionalpolitische Zielsetzungen lassen sich über ein PoA durch die ergänzende Nutzung von CDM Carbon Finance wesentlich leichter erreichen,
  • Monitoring und Verifizierung von Emissionsminderungen können über Stichprobenverfahren vereinfacht und auf das gesamte PoA angewendet werden,
  • für CPAs, die einem PoA nach der Registrierung hinzugefügt werden, fallen keine Registrierungsgebühren an.

Aufgrund der genannten Vorzüge kommt programmatischen Emissionsminderungsansätzen eine wachsende Bedeutung für den weltweiten Klimaschutz zu. Zum 30. September 2013 verzeichnete die CDM-Website des UNFCCC insgesamt 236 PoAs, von denen 222 erfolgreich im Rahmen des CDM registriert werden konnten.

Bislang haben von den registrierten PoAs zwar erst vier Programme CERs (Certified Emission Reductions) ausschütten können. Allerdings wird sich das potenzielle CER-Angebot aller PoAs, das bis zum Ende der ersten Kyoto-Verpflichtungsperiode am 31. Dezember 2012 noch bei 6,7 Mio. CERs lag, bis Ende 2020 auf über 100 Mio. CERs erhöhen.

Mit 40 registrierten PoAs stellt China weltweit das mit Abstand größte Kontingent dieser Klimaschutzprogramme. Eines davon ist das Sichuan Poor Rural-Household Biogas Development Programme, welches die deutsche UPM Umwelt-Projekt-Management GmbH gemeinsam mit ihrem langjährigen chinesischen Kooperationspartner Oasis Power & Technology Co., Ltd. entwickelt.

Ausgangslage, Vorgehensweise und Klimaschutzziele des Haushaltsbiogas-PoA in Sichuan

Die ländlichen Gebiete der Provinz Sichuan zählen zu den ärmsten in China. Das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen beträgt dort circa 500 Euro. Im Jahr 2012 gab es dort 36 Landkreise, die offiziell als “Nationale Armutsbezirke” deklariert wurden, damit sie Regierungsbeihilfen zur Verbesserung der prekären Lebensbedingungen
in Anspruch nehmen können. Darüber hinaus wird Sichuan häufig von Naturkatastrophen getroffen. Erst im Mai 2008 ereignete sich in Sichuan ein schweres Erdbeben mit etwa 70.000 Toten und 5,8 Mio. Obdachlosen. Dabei wurden außerdem mehr als 12 Mio. Stück Vieh getötet.

Das Haushaltsbiogas-PoA der UPM zielt darauf ab, bis zu eine Million arme Kleinbauernhaushalte in Sichuan mit effizienten Biogasfermentern und -kochstellen auszustatten. Anstelle der weit verbreiteten Gruben für tierische Fäkalien aus der Viehhaltung behandeln diese bewährten und zuverlässigen Biogasanlagen die Exkremente anaerob in geschlossenen Tanks und stellen den Farmern das dabei entstehende Methan als sauberes Biogas für den täglichen Gebrauch zur Verfügung. Die übliche Verbrennung von Kohle und Feuerholz zum Kochen wird damit überflüssig.

In Ergänzung eines bestehenden chinesischen Förderprogramms für moderne Biogastechnologie gewährt das PoA denjenigen Bauern, welche sich die Biogasanlagen trotz Regierungsbeihilfen immer noch nicht leisten können, eine Rückerstattung von Einnahmen aus Verkäufen von PoA-Klimaschutzzertifikaten. Die aggregierten Zuwendungen vom chinesischen Staat und aus dem PoA senken die durchschnittlichen Anschaffungskosten für eine gängige Biogasanlage von ca. 6000 CNY um mehr als 40 Prozent.

Das PoA sieht außerdem die Ausbildung mehrerer Tausend zertifizierter Service-Techniker für Biogasanlagen durch das Sichuan Rural Energy Office (SREO) vor und ermöglicht es den teilnehmenden ländlichen Haushalten, einmal im Jahr den kostenlosen Instandhaltungsservice zu nutzen und bei Bedarf gratis auf technische Unterstützung zurückzugreifen.

Durch die Einsparung der Emissionen von Methanaus den vorher gebräuchlichen Güllegruben und von Kohlendioxid aus der bislang gängigen Verbrennungvon Kohle und Holz zum Kochen erreicht das PoA überdie volle Programmlaufzeit von 28 Jahren insgesamt eine Treibhausgasreduktion von über 20 Mio. Tonnen CO2. Dies entspricht ungefähr der Hälfte der jährlichen Treibhausgasemissionen der Schweiz, und damit ist es eines der größten und ambitioniertesten CDM-Klimaschutzprogramme der Welt.

Im April 2012 wurde UPMs wegweisendes PoA als erstes Haushaltsbiogas-PoA im Rahmen des CDM registriert. Zu diesem Zeitpunkt war es erst das zweite PoA in China mit CDM-Registrierung und das zwanzigste überhaupt. Ein Jahr später erhielt das PoA auch den begehrten Gold Standard als das erste in China und das siebte weltweit.

Management, Implementierung und Kommerzialisierung des Haushaltsbiogas-PoA

Koordination, Management und Monitoring des PoA werden von UPMs lokalem Partner Oasis über dessen Niederlassung in Chengdu durchgeführt. Oasis ist zudem dafür verantwortlich, dass die Einnahmen aus getätigten Zertifikateverkäufen den teilnehmenden Farmern korrekt zugewiesen werden und das technische Service-Netz reibungslos funktioniert.

Die fachgerechte Installation und Wartung der Biogasfermenter und -kochstellen auf den Bauernhöfen, der Betrieb des Service-Netzes sowie alle notwendigen Datenerhebungen und Monitoring-Aktivitäten übernehmen das SREO und dessen Zweigstellen, die Rural Energy Offices auf der Ebene von Bezirken, Städten und Kommunen.

Als autorisierter Projektteilnehmer unterstützt und überprüft die UPM das Oasis-PoA-Team in allen Angelegenheiten, die Methodologien, Prozeduren und Anforderungen des CDM und des Gold Standard betreffen. Da die UPM zugleich Käufer der vom PoA generierten Gold Standard CERs (GS CERs) ist, obliegen ihr auch die erfolgreiche Kommerzialisierung und Re-finanzierung des PoA über möglichst lukrative Zertifikateverkäufe auf den Emissionshandelsmärkten der Welt.

Die Implementierung des PoA liegt voll im Plan. Am 08. Dezember 2010 hatte das PoA seinen technischen Projektstart. Im August 2013 waren bereits etwa 400.000 von insgesamt einer Million geplanten Biogasanlagen (40 Prozent) auf den Farmen installiert, alle Systeme laufen seit der Inbetriebnahme problemlos. Jedes Jahr kommen weitere 100.000 Biogasfermenter hinzu und nehmen den Betrieb auf, so dass sich bis Ende 2018 alle vorgesehenen Biogassysteme im Einsatz befinden werden.

Auch die CPA-Inkludierung, die von der CDM-akkreditierten TÜV Nord CERT GmbH durchgeführt wird, verläuft bislang ohne Verzögerungen. Das PoA wird aus bis zu 220 einzelnen CPAs mit jeweils circa 4.600 Haushalten bestehen. Neben dem ersten CPA konnten dem PoA bis zum 11. April 2013 weitere 52 CPAs hinzugefügt werden. Bis zum Ende 2013 folgt ein weiteres Paket von 25 CPAs, und danach soll das PoA jedes Jahr um weitere 20 CPAs aufgestockt werden, bis die geplanten 220 CPAs erreicht sind.

Die PoA-Verifizierung begann im Juni 2013. Die erste Zertifikateausschüttung von 86.000 GS CERs ist für Januar 2014 vorgesehen, die zweite Ausschüttung wird Ende 2014 circa 350.000 GS CERs liefern. Danach steigern sich die jährlichen Issuance-Volumina, bis sich ab 2018 eine jährliche Zertifikatemenge von ungefähr zwei Millionen GS CERs ergibt.

Obwohl alle GS CERs des PoA gänzlich für Compliance-Zwecke im Europäischen Emissionshandelssystem (EU-ETS) nutzbar sind, konzentriert sich UPMs Verkaufsansatz auf große institutionelle Käufer mit freiwilligen Reduktionsverpflichtungen in entwickelten Volkswirtschaften. Wie erste Transaktionen mit renommierten Käufern gezeigt haben, erlaubt es diese Strategie, einen beträchtlichen Preisaufschlag gegenüber Verkäufen regulärer CERs im verpflichtenden Markt zu erzielen, so dass der Finanzierungsbeitrag des PoA für jeden teilnehmenden Haushalt maximiert wird.

Erst Anfang Oktober hat die UPM unter www.household-biogas.com eine eigene Website für das PoA veröffentlicht. Dort finden interessierte Besucher eine Fülle nützlicher, zuverlässiger und unterhaltsamer Informationen rund um dieses vorbildliche und transparente Klimaschutzprogramm.

Der Beitrag des Haushaltsbiogas-PoA zur nachhaltigen Regionalentwicklung in Sichuan

Vom Start der Crediting-Periode am 10. Mai 2012 bis zum 12. Oktober 2013 haben die bereits laufenden Biogasanlagen schon etwa 265.000 Tonnen CO2 und 78.000 Tonnen Kohle eingespart.

Das PoA der UPM bringt über die gemessene Treibhausgasminderung hinaus eine Vielzahl handfester Vorteile für die teilnehmenden Haushalte und leistet damit einen wichtigen Beitrag für eine nachhaltige Regionalentwicklung in Sichuan:

1. Das PoA fördert die Einführung und Verbreitung klimafreundlicher Biogas-Technologie. Der damit verbundene Brennstoffwechsel auf Biogas versorgt einkommensschwache ländliche Haushalte mit einer zuverlässigen Quelle für erneuerbare Energie und trägt somit dazu bei, die fossile Energieproduktion in Sichuan und in China zu ersetzen.

2. Die stabile, bequeme und preiswerte Versorgung mit erneuerbarem Biogas beendet die Abhängigkeit der Farmer von teuren fossilen Brennstoffen. Auf diese Weise können erhebliche Beschaffungsausgaben für Energieträger eingespart werden, so dass sich die finanzielle Lage der armen Bauernfamilien deutlich und dauerhaft entspannt.

3. Der geringere Bedarf an Brennholz führt zu niedrigeren Abholzungsraten in Sichuan und bewahrt folglich nicht nur die wertvolle biologische Vielfalt, sondern auch dringend benötigte Kohlenstoffsenken.

4. Das Programm tauscht ineffiziente und veraltete Kohle- und Holzöfen durch moderne Biogas-Kochstellen aus, die bedarfsgerecht saubere Energie ohne jegliche Rauchentwicklung liefern. In Folge dessen wird die häusliche Luftverschmutzung mit Kohlenmonoxid (CO), Schwefeldioxid (SO2), Feinstaub (PM10) und Ammoniak (NH3) vermieden, und die typischen Atemwegserkrankungen und Augenentzündungen wirksam
bekämpft. Gerade für die Frauen und Kinder ländlicher Haushalte, die einen Großteil ihrer Zeit zu Hause sind, stellen diese Krankheiten noch immer ein ernstes Gesundheitsproblem dar.

5. Die fachgerechte Lagerung und Aufbereitung sowohl tierischer Fäkalien als auch organischer häuslicher Abfälle in geschlossenen Fermentertanks anstelle von offenen Güllegruben verhindert üble Gerüche, ansteckbare Krankheiten, Wasserverschmutzung und die Degradierung landwirtschaftlich nutzbarer Böden. Die hygienischen Verhältnisse auf den Farmen und der Gesundheitszustand der lokalen Bevölkerung bessern sich durchgreifend.

6. Die innovativen Biogasfermenter ermöglichen es den Bauern, neue Formen einer Recycling-Landwirtschaft einzuführen. Diese kombiniert den Anbau von Futterpflanzen mit Viehhaltung, um so das Substrat für die Biogasanlagen zu gewinnen. Zugleich kann in den geschlossenen Tanks anaerob ein wesentlich besserer organischer Dünger produziert werden als in den offenen Fäkaliengruben, womit sich wiederum höhere landwirtschaftliche Erträge erzielen und die Qualität der Agrarprodukte steigern lassen.

7. Die leistungsfähigen Biogasfermenter und die praktischen neuen Kochstellen erbringen besonders für die Frauen der ländlichen Haushalte (siehe Punkt 4) eine spürbare Zeitersparnis, da diese sich nicht mehr um das Sammeln von Brennholz, den Kauf von Kohle und das langwierige Anzünden herkömmlicher Feuerstellen kümmern müssen. Die gewonnene Zeit kann nun alternativ für Erwerbsarbeit, Bildung und andere produktive Zwecke eingesetzt werden.

8. Das PoA erhöht das verfügbare Einkommen der teilnehmenden Haushalte im ländlichen Sichuan beträchtlich. Unabhängige Landwirtschaftsexperten beziffern den monetären Nutzen der neuen Biogasanlagen aus Zeit- und Kosteneinsparungen bei der Energieversorgung, höheren Agrarerträgen und vermiedenen krankheitsbedingten Ausfällen auf bis zu 50 Prozent des jährlichen Durchschnittseinkommens eines typischen Farmers in Sichuan bzw. 25 Prozent pro Haushalt.

Insofern erfüllen die robusten und kostengünstigen Biogassysteme des PoA die Bedürfnisse der einkommensschwachen Farmer im abgelegenen Sichuan in idealer Weise und helfen dabei, deren Lebensqualität substanziell und dauerhaft zu steigern.

In einem erweiterten sozioökonomischen Kontext begünstigt das PoA in der Zielregion Sichuans zudem die Schaffung einer großen Anzahl permanenter und hochwertiger Arbeitsplätze bei der Produktion, Begutachtung, Installation und Wartung von bis zu einer Million Biogasanlagen von chinesischen Herstellern.

Derzeit arbeiten in der gesamten SREO-Verwaltung ca. 2.000 Mitarbeiter im Einzugsgebiet des PoA. Davon sammeln etwa 250 Beschäftigte regelmäßig auf den Farmen Daten für das PoA und unterstützen das PoA-Management vor Ort. Außerdem bieten 9.300 qualifizierte Biogasanlagentechniker in 5.500 eigens eingerichteten Service-Centern den ausgewählten Haushalten professionellen Installations- und Wartungsservice an. Ungefähr 3.000 weitere zertifizierte Fachkräfte arbeiten auf unabhängiger Basis. Demnach konnten bis heute insgesamt circa 12.550 Arbeitsplätze zumindest teilweise über das PoA finanziert
werden.

Das Haushaltsbiogas-PoA als Wegbereiter für programmatischen Klimaschutz und institutionelle CDM-Reformen

Das Haushaltsbiogas-PoA der UPM eignet sich bestens dafür, es innerhalb des Gastlandes China zu replizieren. Weil das PoA speziell auf die Belange einkommensschwacher Farmerhaushalte in wenig entwickelten ländlichen Regionen zugeschnitten wurde, ist es relativ einfach, es auf den Landwirtschaftssektor in ähnlich strukturschwachen Gebieten anderer chinesischer Provinzen zu übertragen. Dies bezieht sich hauptsächlich auf folgende PoA-Kernkomponenten:

  • Nutzung von Synergien mit Förderprogrammen der chinesischen Regierung,
  • die Zusammenarbeit mit den Regional Energy Offices anderer Provinzen in China,
  • die gewählte Kombination von CDM-Methodologien und den Micro-Scale-Ansatz,
  • die Auswahlkriterien für CPAs und Haushalte,
  • die Definition des Basisszenarios und den Nachweis der Zusätzlichkeit (Additionality),
  • das eingesetzte Co-Finanzierungsverfahren für Anschaffung und Wartung der Biogasanlagen durch die Haushalte,
  • die organisatorische und technische Infrastruktur für PoA-Management und -Implementierung sowie
  • das angewendete System für Messung, Reporting und Verifizierung von Emissionsminderungen (MRV-System).

UPM arbeitet ebenfalls daran, das Haushaltsbiogas-PoA von China in andere bevölkerungsreiche Staaten zu exportieren, in denen ähnlich viele arme Kleinbauern
keinen Zugang zu erneuerbarer Energie haben, tierische Fäkalien nicht adäquat entsorgen und mit geeigneter Technik massive Einsparungen von Treibhausgasen erzielen könnten. Zwar dürften sich die institutionellen und regulatorischen Rahmenbedingungen der Klimaschutzpolitik in diesen Ländern stark von denen Chinas unterscheiden, dennoch würden viele Bestandteile des PoA weiterhin nutzbar sein. Zusammen mit einem zuverlässigen lokalen Partner und ausreichender politischer Unterstützung könnte dieses PoA-Konzept höchstwahrscheinlich ebenso in Least Developed Countries (LDCs) etabliert werden, um auch dort den Ausstoß von Treibhausgasen signifikant zu senken und eine nachhaltige Entwicklung ländlicher Räume zu fördern.

Die UPM gilt als einer der Schlüsselakteure und Vorreiter bei der Entwicklung und Verfeinerung programmatischer Emissionsminderungsansätze. Ihr Haushaltsbiogas-
PoA gehört nicht nur weltweit zu den ersten mit CDM- und Gold-Standard-Registrierung sowie inkludierten CPAs, das Programm war auch das erste CDM-registrierte PoA überhaupt, welches

  • exklusiv den Micro-Scale-Ansatz zum Nachweis der Zusätzlichkeit verwendet,
  • unterschiedliche CDM-Methodologien kombiniert und
  • den Einsatz kleiner Biogasanlagen auf Haushaltsebene fördert.

Um die außerordentliche Größe und Komplexität des Sichuan-PoA organisatorisch zu bewältigen, hat die UPM zudem ein äußerst ausgefeiltes und leistungsfähiges IT-System mit integrierter Web-Datenbank für das PoA-Management entwickelt. Damit lassen sich über gängige Internet-Browser einfach und schnell die Stammdaten aller teilnehmenden Haushalte erfassen, die erforderlichen statistischen Erhebungen und Analysen durchführen, die anstehenden Aufgaben für die CPA-Inkludierung und das Monitoring steuern und die für das Reporting benötigten Dokumente automatisch erzeugen. Dieses hoch innovative PoA-Steuerungssystem kann vielen anderen PoAs auf der Welt als Best-Practice-Beispiel dienen.

Die zahlreichen methodischen und organisatorischen Neuerungen des Haushaltsbiogas-PoA sowie dessen enorme Dimension in Bezug auf die Anzahl gebündelter CPA-Subprojekte und teilnehmender Haushalte führen zu deutlich reduzierten Transaktionskosten und massiven Skaleneffekten. Das PoA-Konzept der UPM demonstriert somit am Beispiel Sichuans das
immense Potenzial programmatischer Mechanismen für eine möglichst kostengünstige Verbreitung neuer klimafreundlicher Energiesysteme und die wirksame Minderung großer Treibhausgasmengen.

Aus diesen Gründen markiert das Haushaltsbiogas-PoA der UPM einen wichtigen Schritt auf dem Weg zu institutionellen CDM-Reformen gemäß der Empfehlungen des CDM Policy Dialogue. Es kann folglich als wichtiger Wegbereiter künftiger UN-Klimaschutzpolitik angesehen werden und dazu beitragen, die Erderwärmung doch noch innerhalb ungefährlicher Grenzen zu halten.